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6. Dezember 2021

Das juckt keinen mehr

Die neuen FFP2-Masken der Firma Rabofsky sollen Hautreizungen reduzieren und Viren abblocken

Viele kennen das: Es juckt, es brennt auf der Haut, oftmals ist sie gerötet und etliche Menschen bekommen sogar Ausschlag beim längeren Tragen von FFP2-Masken. Doch der spezielle Stoffschutz vor dem Gesicht gehört seit der Corona-Pandemie zu unserem Leben – und wird wohl nicht so schnell aus dem Alltag verschwinden, solange es keinen 100-prozentigen Impfschutz gibt. Davon ist das Ur-Berliner Traditionsunternehmen Karl Rabofsky aus Marienfelde überzeugt. Jetzt hat der Mittelständler mit der Produktion von „zwei Weltneuheiten“, wie es im Unternehmen heißt, begonnen. Rabofsky bringt zwei neue Arten von FFP2-Masken auf den Markt: Eine hautfreundliche, die Reizungen reduziert und dabei pflegt. Und eine „viruzide Maske“. Sie soll die Übertragung der Viren durch Auf- und Absetzen oder beim Zurechtrücken der Maske verhindern.

Der Maschinenbauer sitzt seit 125 Jahren in Berlin, 55 Beschäftigte arbeiten dort. Eigentlich ist die Firma für ihre speziellen Faltmaschinen, die sie in alle Welt exportiert, bekannt. Doch seit der Coronakrise hat Rabofsky kurzerhand im September 2020 auf die Produktion von Atemschutzmasken umgestellt – mit dem Qualitätssiegel „Made in Germany“. „Denn sowohl die verwendeten Materialien – also die Vliese – als auch die Produktionsanlagen für die engmaschige Qualitätssicherung, stammen aus Deutschland“, sagt Geschäftsführer Michael Sperling. Seither habe sein Unternehmen elf Millionen FFP2-Masken hergestellt – darunter auch für Kunden wie den Bundespräsidenten, das Bundesgesundheitsministerium, die Polizei, Seniorenheime, aber auch politische Parteien wie SPD oder CDU, schildert Sperling. Nun also zwei Masken-Neuheiten.

Beide verbesserten Schutzmasken seien vor allem für Menschen geeignet, die entweder sehr empfindlich auf die Bedeckungen vor dem Mund reagieren oder lange Zeit Masken tragen müssen, beispielsweise medizinisches Personal, Pflegekräfte und andere. Die erste Neuheit, die hautfreundlicher sein soll als herkömmliche FFP2-Masken, trägt den Namen „Tri-Komplex“. Man müsse sich das so vorstellen, dass diese Maske im Inneren eine zusätzliche Schicht habe. Das Vlies sei mit kleinen Mikrokapseln versehen, die sich öffnen und eine Art pflegenden Film auf der Haut hinterlassen, beschreibt Stephani Gittner, Expertin für persönliche Schutzausrüstung bei Rabofsky. Vor allem für Neurodermitiker sei diese Innovation hilfreich, da die Haut weniger gereizt werde. Gleiches gelte für die Ohrenbänder. Diese machen vielen Trägerinnen und Trägern ebenfalls zu schaffen: Oft sind sie zu straff, scheuern an der Haut. Auch die Ohrenbänder sind mit dem Wirkstoff versehen, sodass das lästige Scheuern gestoppt oder mindestens reduziert werden sollte.

Der zweite Maskentyp, die viruzide Maske, soll Viren unschädlich machen, wenn sie auf die Außenseite gelangen. Etwa bei einer Unterhaltung, denn seit der Pandemie wissen wir: Aerosole sind überall. Auch hier sei das Vlies außen mit einer speziellen Wirkstoffkombination überzogen, „welche die Viren inaktiviert“, sagt Sperling. Somit werde die Übertragungskette für Kontaktinfektionen über die äußere Maskenlage unterbrochen. „Jeder kennt das: Man rückt sich die Maske zurecht, fasst sie dabei an, später reibt man sich unbewusst mit demselben Finger das Auge“, beschreibt Sperling. Und schon können die Viren sich verbreiten.

Allerdings ist die mittelständische Traditionsfirma kein medizinisches Fachunternehmen. Geschäftsführer Sperling stellt klar, dass die Entwicklung der neuartigen Wirkstoffe von dem Hamburger Spezialisten für Persönliche Schutzausrüstung (PSA) und Vliesstoffe, der Vock Business Group, stammt. Die Hamburger seien auf Rabofsky zugekommen mit der neuen Entwicklung. Beide Firmen sind eine Partnerschaft eingegangen. VMP Auxilium Group (Auxilium bedeutet Hilfe, Beistand) heißt die Firma, unter der beide Firmen die Masken hauptsächlich vertreiben. „Deshalb werden unsere neuen Masken auch künftig den VMP-Stempel tragen“, sagt Sperling. Produziert werden sie aber weiterhin bei Rabofsky, also „Made in Germany“ oder treffender: „Made in Marienfelde.“ Abgesehen davon, dass die beiden neuen Masken ausführlich getestet worden seien – Rabofsky hat ein eigenes Testzentrum, das Sperling als „Gallisches Dorf gegen die Pandemie“ bezeichnet –, habe man die Innovationen im Oktober auf einer Fachmesse in Düsseldorf präsentiert. „Die Resonanz war sehr positiv“, sagt Sperling. Die Neuheiten aus der Rabofsky- Produktion kommen in Kürze auf den Markt, die Zertifikatsarbeit sei in den letzten Zügen. Die hautschonende Tri-Komplex-Maske könne schon jetzt im Onlineshop des Marienfelder Unternehmens geordert werden. Sperling betont, dass die neuen Masken „nur unwesentlich teurer“ seien als die handelsübliche Ware. Die hautsensitive Maske kostet im Zehnerpack 13 Euro. Der Geschäftsführer betont, dass die Firma Rabofsky auch „in der kritischen Phase der Pandemie die Masken zu fairen Preisen angeboten und uns nicht am bestehenden Mangel bereichert“ habe. Viele Kundinnen und Kunden erstehen die Schutzmasken direkt im Werksverkauf der Firma. Die üblichen FFP2-Masken kosten dort in der 50er Packung 50 Euro. Umgerechnet sind das knapp 85 Cent pro Stück. Etwas teurer als bei einigen Discountern, dafür kaufe man aber Qualitätsware. Sperling sagt, zuletzt seien die Preise rückläufig gewesen, da „der Markt mit billigen Masken aus China geflutet wurde“.

Derzeit hört man wieder vermehrt davon, dass Masken im Handel knapper werden. Viele Großabnehmer schauen offenbar danach, an billige Ware aus China zu gelangen und suchen den günstigsten Anbieter – und hier komme es deshalb möglicherweise teilweise zu Engpässen, sagt Stephani Gittner. Doch einen Maskenmangel könne Rabofsky nicht bestätigen. „Wir stellen die Masken ja selbst her. Wir produzieren ganz normal weiter“, sagt die Expertin und lacht.

 

von Tanja A. Buntrock, erschienen am 24. November 2021 im “Der Tagesspiegel”