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17. März 2022

„Es ist irgendwie bedrückend, es ist unrealistisch, es ist in Europa“

Hilfsaktion für geflüchtete Familien aus der Ukraine

Es hätte wohl kaum Einer für möglich gehalten, doch seit einigen Wochen ist Krieg in Europa, genauer gesagt in der Ukraine. Während sich die tragischen Ereignisse täglich überschlagen, die uns als Eltern zutiefst erschrecken, haben wir den Entschluss gefasst, aktiv einen Teil dazu beizutragen, den geflohenen Ukrainern zu helfen. So beschlossen wir am 04.03.2022, gemeinsam mit dem SC Poppenbüttel, eine große Hilfsaktion aufzuziehen. Wir von VOCK Business Services haben Hilfsgüter im Wert von über 2.000€ gekauft, darunter Windeln, Feuchttücher, Babynahrung, Babypflegeprodukte, unterschiedlichste Hygieneprodukte und Lebensmittel und kümmerten uns persönlich darum, kurzfristig Transporter zu mieten, um diese Hilfsmittel zu den Geflüchteten an die polnisch-ukrainische Grenze zu bringen und den hilfsbedürftigen Müttern und Kindern dort eine Mitfahrgelegenheit nach Deutschland anzubieten. Als Eltern einer kleinen Tochter geht uns das Leid, das Kinder und Mütter erfahren, die von ihren Männern und Vätern getrennt werden und ihr Heimatland verlassen müssen, besonders nahe und die Vorstellung dessen, was sie durchgemacht haben müssen zerbricht uns das Herz. Als Familie von einen Augenblick auf den anderen auseinander gerissen zu werden, ist eine unbeschreiblich schreckliche Vorstellung, jedoch im Moment für Viele leider Tag für Tag die traurige Realität. Deswegen und gerade als Familienunternehmen sahen wir uns in der Pflicht, diese Aktion zu starten und den Menschen und Familien persönlich vor Ort zu helfen. Im Folgenden lesen Sie den ausführlichen Bericht über die Hilfsaktion, die vom 11.03.2022 bis zum 13.03.2022 stattfand. Wir danken unseren mutigen und engagierten Helfern Sven, Tomek, Zybi und Jan, dass Sie bei dieser Aktion von Anfang an mit Herzblut dabei waren.

– Kristina und Patrick Vock

Freitagnachmittag, der 11.03.2022, Kaltenkirchen, 15 Uhr  – Das Team der VOCK Business Services bereiten die drei, von unserer Geschäftsleitung gemieteten, Transporter für den Aufbruch vor. Zuvor hatte Kristina in großen Mengen Hygiene- und Babyartikel besorgt, von Feuchttüchern über Windeln bis hin zu Babynahrung. Etliche Kartons voll mit Hilfsmitteln werden von uns in die Transporter geladen. Hinzu kommt persönliche Schutzausrüstung, wie FFP2-Atemschutzmasken sowie Schnelltests, die ebenfalls gespendet werden. Die Stimmung ist aufgeladen, motiviert, voller Tatendrang.

Um 17 Uhr ist alles fertig gepackt, Patrick und Sven treten den Weg zum SC Poppenbüttel in Hamburg an, dort ist Treffpunkt mit weiteren Helfern des Vereins, sowie Tomek, Zybi und Jan, ebenso wie weiteren Freiwilligen, die sich der guten Sache anschließen. Beim Vereinsheim angekommen, werden alle besorgten Hilfsmittel sowie die vom Verein gesammelten Spenden auf die acht Transporter umverteilt, sodass in jedem Fahrzeug genügend Platz für die zwei Fahrer sowie sieben Geflüchtete ist.

Um 19 Uhr ist dann Abfahrt. Der Plan: An die polnisch-ukrainische Grenze fahren, eventuell sogar nach Lwiw in der Ukraine, um dort die gesammelten Hilfsgüter in den Aufnahmestellen abzugeben und auf dem Rückweg geflüchtete Familien sicher zurück mit nach Deutschland zu nehmen. Vor ihnen liegt ein weiter Weg, ungefähr 1.200 Kilometer sind es bis zur Grenze. Die Fahrt in der Nacht verläuft ruhig, es gibt keine besonderen Vorkommnisse, berichtete das Team um 23 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt befinden sie sich kurz hinter Berlin und haben es damit nicht mehr weit bis zur polnischen Grenze. Zwischendurch wechseln sich die beiden Fahrer in jedem Fahrzeug ab, richtige Pausen zum Ausruhen machen sie allerdings nicht und fahren bis zum Morgen durch.

Um 6 Uhr morgens am Samstag melden sich unsere Helfer aus Polen, es liegen noch 230 Kilometer bis zur Grenze vor ihnen. Sie merken, dass die Straßen voller werden, immer mehr Transporter und Militärfahrzeuge zu sehen sind und begegnen an den Raststätten jungen Menschen, die in den Krieg ziehen. Einem Krieg, der, nur einige Autostunden von Deutschland entfernt, bei uns in Europa stattfindet. Die Stimmung untereinander wird gedrückter, je näher sie dem Kriegsgebiet kommen. Auf einmal wirkt alles realer, gleichzeitig irgendwie unwirklich und kaum greifbar. Patrick beschreibt die Situation in seinem Zwischenbericht wie folgt: „Es ist irgendwie bedrückend, es ist unrealistisch, es ist in Europa“.

Am Vormittag erreichen sie das Aufnahmelager im Grenzort Budomierz. Das Team gibt hier sämtliche Hilfsmittel ab, die dort eingelagert und sortiert werden, um anschließend an die aus der Ukraine ankommenden Menschen vor Ort verteilt zu werden. Hier war das Team vor allem von der strukturierten Organisation und dem, was alles vor Ort geleistet wird, überwältigt. Die polnischen Helfer zeigten nicht nur große Hilfsbereitschaft den Geflüchteten gegenüber, sondern empfingen unsere Männer auch mit einer außerordentlichen Herzlichkeit und Gastfreundlichkeit. Der Bürgermeister von Budomierz zeigte unserem Team die Turnhalle, die zur Aufnahmestelle für 700 Geflüchtete umfunktioniert wurde, boten ihnen Kaffee und Suppe an und freuten sich über die gespendeten Hilfsgüter. Vor allem die Babyartikel wurden dringend benötigt, ebenso wie Schnelltests, denn trotz allem herrscht weiterhin eine Pandemie vor, die allerdings angesichts der jüngsten Ereignisse eher in den Hintergrund gerückt ist. Was dort auf die Beine gestellt wurde, beeindruckte unsere Helfer zutiefst und alle waren sich einig, hier kann Deutschland noch etwas lernen.

In Budomierz selbst sind zu dem Zeitpunkt, an dem unser Team vor Ort war, kaum Flüchtige angekommen, die nach Deutschland weiterreisen wollten. Somit machten sich von hier zwei Transporter mit Geflüchteten an Bord wieder auf den Rückweg, die übrigen Fahrzeuge fuhren zur zentralen Aufnahmestelle im nächsten Grenzort Prömsel, um hier weitere Menschen einzusammeln und nach Deutschland zu bringen. Hier nahm das Team sehr stark die Unsicherheit der Menschen, vor allem Mütter und Kinder, wahr, denen von russischer Seite berichtet wird, ihnen würde in Deutschland Schreckliches widerfahren und die zudem Angst hatten, in die Hände von Menschenhändlern zu geraten. Dementsprechend war das Team hier und auch während der gesamten Reise froh, den polnischen Kollegen Tomek und seinen Freund Zybi dabei zu haben. Durch die Verständigung ohne Sprachbarrieren war es dem Team so möglich, die Menschen zu beruhigen und ihnen ihre Ängste zu nehmen. Ohne diese Unterstützung wären sie in einer Region mit nur wenig Englisch sprechenden Personen in puncto Kommunikation hilflos gewesen. Gerade in dieser Situation war es besonders wichtig, sich viel mit den Leuten zu unterhalten, denen die Verzweiflung und Unentschlossenheit anzusehen war und ihnen vor allem zuzuhören. Zu diesem Zeitpunkt war bereits längst klar, dass eine Überfahrt in die Ukraine oder konkret nach Lwiw aufgrund des kurz zuvor stattgefundenen Luftangriffs nicht möglich gewesen wäre. Die Stadt wurde komplett abgeriegelt, es hätte kein Reinkommen gegeben. Von Prömsel aus konnte unser Team die Rauchschwaden sehen, die nach dem Angriff in die Luft stiegen.

Nachdem aus Prömsel also zwei weitere Transporter mit Geflüchteten an Bord wieder den Rückweg antraten, fuhren die restlichen Helfer gegen 16 Uhr nach Krakau, um am dortigen Hauptbahnhof ebenfalls Hilfe anzubieten. Hier waren einige Menschen bereit, unserem Team zu vertrauen und sich auf den Weg nach Deutschland zu begeben. Somit befanden sich schlussendlich in jedem Fahrzeug Geflüchtete, die vom Team auf ihrem Rückweg mitgenommen wurden. Das waren hauptsächlich Mütter mit ihren Kindern, aber auch Großmütter mit ihren Enkeln. Die Menschen hatten teilweise Kontakte, Freunde, Bekannte oder Familienangehörige in Deutschland, zu denen sie von unserem Team gefahren wurden. Patrick und Sven fuhren zwischen 18 und 19 Uhr los, um zwei Mütter mit ihren insgesamt drei Kindern zu Verwandten in Brandenburg zu bringen. Die, die keinen Bezugspunkt in Deutschland hatten, fanden im Vereinsheim des SC Poppenbüttel vorerst eine Unterkunft. Dieses wurde extra hierfür vorbereitet, sodass die Menschen dort vorübergehend nächtigen konnten. Von dort aus wurde der weitere Verbleib organisiert und nach einer langfristigen Lösung für jeden Einzelnen gesucht. Tomek hatte in seinem Fahrzeug neben einigen Ukrainern auch Katzen an Bord, die aus der Gefahrenzone und mit nach Deutschland gebracht wurden.

Sonntagvormittag waren alle wieder zurück in Hamburg. Das Ende einer langen Reise, ohne Schlaf, mit einer Menge Eindrücken, gute wie auch schlechte, und dennoch dem Gefühl, das Richtige getan zu haben, wie Sven es beschreibt.

Wir danken allen Freiwilligen, die an dieser Aktion beteiligt und mit ganzem Herzen dabei waren und sind froh, dass alle wohlbehalten wieder zuhause angekommen sind. Europa befindet sich derzeit in einem Ausnahmezustand, in dem Viele ein kollektives Ohnmachtsgefühl empfinden. Als Mithelfer bei dieser, auch nicht ganz ungefährlichen, Aktion seid ihr aus dieser Ohnmacht ausgebrochen und habt aktiv einen wichtigen Beitrag geleistet, der hoffentlich einige Menschenleben zum Guten beeinflusst hat und ihnen in dieser furchtbar schwierigen und unfassbaren Situation Sicherheit gegeben hat.

Zwischenberichte von Patrick während der Reise finden Sie auf unserem Instagram-Kanal: https://www.instagram.com/vockbusinessservices/

 

„Es ist irgendwie bedrückend, es ist unrealistisch, es ist in Europa“

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